Männergesangsverein

Im Dezember 1899 trafen sich sangesfreudige Männer in der Gemeindeschänke und gründeten den ersten Männergesangsverein in Holungen. Der Hauptlehrer Gottfried Rode war Präsident und Dirigent vom Gründungsdatum bis 1923. Stellvertreter waren die Lehrer Otto Müller und Heinrich Redemann. Seinen ersten Auftritt hatte der MGV beim Sommerfest 1901 auf der Wehnbergwiese. In den Sommermonaten nahm der MGV an den Sängerfesten der Nachbargemeinden teil, im Winter führte er regelmäßig Theaterabende auf. Zu den kirchlichen Festen sang der MGV mit einer Mädchenschola als „Gemischter Chor“ in der Kirche. Während des 1. Weltkrieges 1914 – 1918 fanden keine großen Aktivitäten statt. Ein aktives Chorleben entfaltete sich erst wieder ab 1927. Im Sommer 1930 feierte der MGV sein 30jähriges Jubiläum mit 18 Chören. Ihr Vorsitzender Johannes Gundermann hielt die Ansprache, Vikar Wiederhold die Festrede, Dirigent war Otto Ertmer. Bis dahin entfaltete sich ein reges aber auch wechselvolles Chorleben.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges änderte sich dieser Zustand wieder und ab 1941 waren Auftritte nicht mehr möglich. Ein Großteil der Sänger war zur Wehrmacht eingezogen worden. In den Nachkriegsjahren war es schwer den MGV wieder zu aktivieren. Erst 1962 war es möglich den MGV unter Namen „Einigkeit“ weiterzuführen. Der Vorsitzende Ignaz Solf und der Dirigent Norbert Redemann brachten wieder Leben in den Chor. 1964 wurde Alfred Ertmer Vorsitzender, in diesem Jahr feierte der MGV sein erstes Sängertreffen als „MGV-Einigkeit“. 1966 stand die 100 Jahrfeier von Holungen an. Der MGV baute auf dem Festplatz am Teich das erste Festzelt aus Fichtenstangen und Planen, danach eine Freilichtbühne am Ende des Festplatzes. Alle Holunger Vereine haben seitdem diese Anlage erweitert und verbessert. Im Jahr 2000 wurde es abgerissen weil an dieser Stelle der neue Gemeindesaal gebaut wurde, der im Jahre 2002 fertiggestellt wurde. 1969 wurde Walter Mumdey Vorsitzender und 1972 Waldemar Ertmer Dirigent des MGV, nachdem Norbert Ertmer nach 10-jähriger engagierter Dirigententätigkeit verstorben war. Im Sommer 1972 feierte der MGV sein 10-jähriges Weiterbestehen unter dem Namen „Einigkeit“. Seit 1972 feiert der MGV alle 5 Jahre ein Jubiläumssängertreffen und jedes Jahr ein Sängertreffen mit den Chören aus der Nachbarschaft. Mit dem Kaliwerk Thomas Müntzer verband den MGV eine über 20jährige gute Zusammenarbeit. In zahlreichen Programmen sang der Männergesangsverein als Bergmannschor und wurde dafür finanziell hervorragend unterstützt. Zwei mal errang der MGV den Titel „hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR“. Dabei war das Kalikulturhaus und sein Leiter Gerhard Schmelzer ein guter Vertragspartner und Anlaufstelle. 1982 feierte der Verein sein 20jähriges Wiederbestehen.

1989 wurde das 90jährige Stiftungsfest gefeiert. Knapp ein halbes Jahr später öffnete sich die Grenze, die die Menschen Jahrzehnte von ihren Schwestern und Brüdern in Westdeutschland trennte. Neben den vielen politischen und privaten Umstellungen in unserem Leben, brach auch für die Kultur eine neue Zeit an . Im Dezember 1989 bekam der MGV Besuch vom Sängerbund Nörten-Hardenberg. Dirigent Berthold Bernd, gebürtiger Holunger, der Vorsitzende H.-J. Kaufhold und weitere Vorstandsmitglieder knüpften erste Kontakte mit dem Gesangsverein. Das Jahr 1990 brachte viele Zusammenkünfte mit Chören wie Fuhrbach, Breitenberg und Rhumspringe. Am 28. Januar trafen sich Thüringen- und Niedersachsenchöre in der Niedersachsenhalle zu Gieboldehausen, sangen Lieder und nahmen erste Kontakte auf. Ende August 1994 feierte der MGV sein 95jähriges Jubiläum im Festzelt am Teich. In der Eröffnungsveranstaltung am Freitag, den 28. August wurden den Sängern je nach Dauer der Mitgliedschaft Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze und Standart verliehen, vom Vorsitzenden die Chronik vorgetragen und den Sponsoren Dank ausgesprochen. Am Sonntag  wurden 15 Chöre empfangen, die am Umzuge und am Freundschaftssingen teilnahmen.

Am 25. Juni 1995 wurde in einem feierlichem Festhochamt die neue Vereinsfahne des MGV von Pfarrer Kische geweiht. Drei Jahre später wurde die neue Fahne durch Bestickung vervollständigt. Mit Stolz durfte der Verein am 17. April im Volkshaus in Jena die Zelterplakette, als staatliche Anerkennung für langjährige Bemühungen und besondere Leistungen auf dem Gebiet des Chorgesanges in Empfang nehmen. Jährlich stehen 15 bis 20 Auftritte und etwa 40 Chorproben im Programm. 30 aktive Sänger engagieren sich zur Zeit für den MGV, der ein verhältnismäßig junger Chor ist.
 
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