Namensgebung

Der Name „Holungen“ soll nach Überlieferungen von dem Wort „Hold“ (= milde gnädige Göttin oder Frau) aus der Zeit der alten Germanen stammen. Dieses Wort kann mundartlich aber auch soviel wie „Holt“ bedeuten, was dem „Wald“ entsprechen würde. In alten Urkunden findet man den Ort unter dem Namen Holdungen, wobei der Ausdruck aber auch wieder von „Haulungen“ stammen könnte. Das heißt „Waldweide an einem Abhange“. Daraus ist zu schließen, dass Holungen als eine Waldsiedlung bezeichnet wurde.

Es ist möglich, dass die Entstehung des Ortes auf die Kolonisation zurückzuführen ist. Vielleicht gehörte der Ort schon vor 531 zur 2. Siedlungsperiode, als die Franken Thüringen besiegten. Dafür spricht die Endung „-ungen“. Danach gehörte der Norden des Eichsfeldes zu den Sachsen, also auch Holungen. Die sächsischen Eigenarten und Eigenheiten wurden übernommen. Dadurch lässt sich auch erklären, dass die Sprachgrenze durch Holungen verläuft. Die Menschen sprechen in Holungen niedersächsisch, während man im Nachbarort Bischofferode oberdeutsch spricht.

Zwischen 1118 und 1120 entstand das nahe gelegene Kloster Gerode. Nach Akten dieses Klosters liegt der Gründungszeitraum von Holungen zwischen 531 und 800. In den folgenden Jahrhunderten nach der Gründung gibt es viele kriegerische Ereignisse im Ort und in der Umgebung. 933 schlägt Heinrich I. Ungarn an der Unstrut. 22 Jahre später gelingt das auch seinem Sohn Otto dem Großen auf dem Lechfelde. Danach kehrt Ruhe ins Land ein. Kurz nach 1247 muss Holungen verwüstet worden sein. In diesem Jahr war der Thüringer Landgraf Heinrich Raspe gestorben. Er war von 1236 bis 1247 Landesherr eines Teils der Mark Tu-der-stede, dem heutigen Duderstadt und war der Schwager von Elisabeth von Thüringen. 1246 ließ er sich zum Gegenkönig von Friedrich II. wählen. Nach seinem Tod kämpfte man um das Erbe des Thüringer Landgrafenhauses, wobei Holungen 1247 zerstört wurde. Viele Einwohner flüchteten in dieser Zeit nach Duderstadt. Diese Vermutungen werden durch Urkunden aus dem Jahren 1266 und 1299 teilweise belegt. Zwischen 1350 und 1370 wurde das Dorf wieder aufgebaut und gehörte der Grafschaft Lohra an. Seit 1370 gehörte Holungen dann zu der Grafschaft Honstein.

 

Bevölkerungsentwicklung von 1900 bis heute

Im Jahre 1900 wohnten 671 Menschen in Holungen. Es gab zu der Zeit 104 Häuser. Somit wohnten im Schnitt in jedem Haus 5 bis 7 Personen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl langsam an. Von 1925 bis 1940 ging die Einwohnerzahl wieder etwas zurück. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges kamen viele Vertriebene nach Holungen. Somit war 1945 mit 1.092 Menschen zum ersten Mal die 1.000-Einwohner-Marke überschritten. 1947 erreichte die Einwohnerzahl ihren bis heute noch größten Wert von 1.332 Menschen. Nach dieser Zeit ging die Bevölkerungszahl wieder langsam zurück. 1964 waren es noch 1.080 Menschen, in 315 Familien. Im Durchschnitt lebten in jeder Familie etwa 3 bis 4 Personen. Die Zahl der Großfamilien nahm ab. Im Jahr 1978 lag die Zahl der Einwohner wieder unter 1.000. Diese Grenze wurde 1983 noch einmal überschritten. Im Jahr der Wende 1990 wohnten noch 948 Menschen hier. Zur Zeit leben 921 Personen in Holungen (Stand: 31.12.2008, Thüringer Landesamt für Statistik).