Die SED überwachte alle Einwohner und hatte auch genügend Handlanger zur Verfügung. Dennoch gab es viele Leute, die das DDR-Regime nicht unterstützten. Diese Leute schlossen sich in Kirchen, Vereinen und Gruppierungen zusammen und stärkten sich somit gegenseitig. Durch die wirtschaftliche Situation und die Einschränkung der persönlichen Freiheit kam es zu immer mehr Frust innerhalb der Bevölkerung. Es kam zu den Montagsdemonstrationen. Eine Menge der Menschen wusste über das politische System der DDR nicht bescheid. Sie konnten zwar sehr viel ahnen, doch wie allumfassend und unmenschlich ausgeklügelt das System der Informationsbeschaffung z.B. durch die Staatssicherheit in Wirklichkeit war, konnten sich viele nicht vorstellen.
Den Leuten ging es damals nicht unbedingt schlecht, aber sie waren mit ihrer Situation unzufrieden. Sie hatten genug zu essen, jeder hatte die Möglichkeit zu arbeiten und die medizinische Versorgung war auch gesichert. Aber das Problem waren die Einschränkungen der persönlichen Freiheit, die ungleiche Behandlung und die persönliche Bevormundung durch den Staat z.B. bei der Vergabe von Urlaubsplätzen. Diese Sanktionen machte die Menschen unzufrieden. Viele Bürger unseres Ortes nahmen somit auch an Demonstrationen in Heiligenstadt und Leinefelde teil, um auf diesem Wege ihre Unzufriedenheit und ihren Frust zu zeigen.

Als viele Menschen die Republik über die damalige CSSR und Ungarn verlassen hatten, gab es dennoch Leute, die hier geblieben sind und durchgehalten haben. Die meisten hatten ihre Familie, ihre Freunde und ihren ganzen Besitz im Ort. Man hat sich auch in den Kirchen und Vereinen enger zusammengeschlossen. Dies gab den den Menschen sehr viel Kraft.

Als die Grenzen geöffnet wurden, war Holungen wie leergefegt. Es war eine riesige Freude und Begeisterung bei den Menschen zu verspüren, doch es war auch ein Gefühl der Ungewissheit vorhanden. Viele konnten sich einfach nicht vorstellen, dass alles, die ganzen Lasten, von einem Moment auf den anderen vergessen sein sollte. Man konnte endlich frei reisen und die ganzen Schwierigkeiten, die es im Zusammenhang mit dem Regime der DDR gab, waren nicht mehr vorhanden. Alle älteren Menschen, die 40 Jahre „eingesperrt“ waren, werden diesen Tag der Grenzöffnung niemals vergessen. Durch die Wende hat sich die allgemeine Lebenssituation und der Lebensstandard verbessert, obwohl die finanziellen Belastungen, die durch Wasser-, Abwasser-, Heizungs- und Stromkosten und Straßenausbau gestiegen sind.
In Holungen hat sich nach der Wende vieles getan: Straßen wurden verbessert und ausgebaut, Telefonanschlüsse für jeden Haushalt sowie Anschluss an die Gasleitung wurden eingerichtet und vieles mehr.

Im Jahr 1995 wurde das II. Eichfelder Trachtenfest bei uns in Holungen gefeiert. Dieses Fest brachte für Holungen diverse Verschönerungen. Beispielsweise wurden der Platz um den Teich und das Feuerwehrhaus neugestaltet. Im Wehnberg wurde eine Grillhütte errichtet, die individuell von allen genutzt werden kann. Vor allem von den Jugendlichen wird dieser Platz im Sommer sehr gut angenommen.

Im selben Jahr nahmen die Holunger Kontakt zur Villa Lampe in Heiligenstadt auf und bemühten sich um die Mitgestaltung eines Jugendhauses. Zu diesem Zwecke wurde die alte Knickschule von den Jugendlichen selbst renoviert und auch zum größten Teil selbst umgebaut. Heute ist die „Arche“ unser Jugendhaus und die Zentrale für weitere Jugendclubs in Weißenborn-Lüderode, Neustadt, Silkerode und Bischofferode. Als Zweigstelle der Villa Lampe steht sie allen Jugendlichen offen und beherbergte unter ihrem Dach auch ein Modellprojekt für Schulverweigerer.