Der Brune Bühl

Fährt man unterhalb des Sonnensteins durch die „Porta Eichsfeldica“, so erhebt sich rechts ein eigenartig geformter Hügel, der Braune Bühl, in der Form einem flachen Zuckerhut ähnlich. Nach dem Historiker Freiherr von Wintzingerode-Knorr ist er eine der früheren Grenzmarken zwischen Sachsen und Thüringen. In seinem Werk „Die Wüstungen des Eichsfeldes“ wird hier in der Gegend, wo früher auch das Dorf Graseforst gelegen haben soll, ein Wartturm erwähnt. Nach einer Urkunde von 1440 wurde der Bau dieser Warte mit Genehmigung des Erzbischofs von Mainz beschlossen.

Für den heutigen einfachen Wanderer ist der Braune Bühl jedoch ein auffälliger, kegelförmiger Berg, der in der Feldflur Graseforst liegt und dessen Entstehung nicht leicht zu erklären ist. Von einer Warte ist hier am Braunen Bühl aber schon lange nichts mehr zu sehen.

Wie die Erhebung entstanden und zu dem Namen Riesenhügel gekommen ist, darüber weiß wieder die Sage zu berichten:
In der Zeit, als auf der Erde noch Riesen hausten, wanderte einer von ihnen von Osten kommend dem Rhein zu. Eines Morgens war er aus der wegen ihren vielen Sandes bekannten Mark Brandenburg aufgebrochen. Gegen Abend kam er in das Tor, dessen Pfeiler die scharfen Kanten des Sonnensteins und des Ohmgebirges bilden. Überrascht von dem entzückenden Anblick, welcher sich ihm nach Westen bot, setzte er sich hier nieder und genoss den Anblick der schönen Gegend. Zuletzt schlief er ein. – Als der Riese erwachte, stand die Sonne längst wieder am Himmel. Er erhob sich und wollte wieder weiter. Da merkte er, dass seine Stiefel märkischen Sand enthielten. Er zog den einen Stiefel aus und schüttete den Sand auf den Boden. Auf den so entstandenen Hügel schüttete er auch den Inhalt des anderen Stiefels. Die Bewohner der umliegenden Gegend, von denen einige den Vorgang beobachtet hatten, nannten die so entstandene Erhebung den „Riesenhügel“.

 

Eine andere Erzählung über diesen Hügel lautet:
Einst wurde im Himmel eine Hauptreinigung vorgenommen. Als der Kehricht auf einen Haufen zusammengebracht war, wusste man ihn nirgendwo zu lassen; da gab St. Peter den Befehl, eine Öffnung in den Himmel zu machen und den Staub auf die Erde zu schütten. Das geschah. Und da die Öffnung gerade über der Eichsfeldischen Pforte lag, entstand hier aus Himmelsstaub ein sandiger Hügel, der auch Himmelsberg genannt wurde.